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Augsburg / CinemaxX

Datum:

Juli 2012

Veranstalter:

ProjektSchmiede

Fotografien:

Sabine Roth

 

1000 Tage bis London

ProjektSchmiede lud ein zu einem besonderen Herbstabend mit Olympiateilnehmer Christos Tsakmakis

 

 

Kinopremiere hatte er bereits Anfang Juli im CinemaxX: der Film „1000 Tage bis London“. Wie dieser überaus spannende Dokumentarfilm zur dreijährigen Vorbereitungszeit der beiden Augsburger Kanuten Sideris Tasidis und Christos Tsakmakis entstand, das konnte man am 15. Oktober beim Herbstabend der Lechhauser Projektschmiede erfahren. Gerd Sommer und seine Frau Karin hatten wieder mal das richtige Händchen und zauberten aus dem großen Raum eine wunderschöne Atmosphäre mit vielen Lichtern und einer tollen Herbstdeko. Gedreht und produziert wurde der Film von unserem Medienforum-Mitglied, Filmemacher und Gewinner des 2. Platzes des diesjährigen Augsburger Medienpreises Stefan Heinrich, der die beiden jungen Männer 1000 Tage lang auf ihrem sportlichen und privaten Weg begleitet hat.

 

Gefühlskino pur für die Zuschauer

 

 

Für jeden Sportler ist die Teilnahme an der Olympiade eines der größten Ziele, die er je erreichen kann. Die beiden Kanuten mit griechischer Herkunft, die in Augsburg geboren sind, haben sich diesen Traum verwirklichen können. Christos (25) startete für das Land seiner Eltern und war schon zweimal bei Olympia (Athen und Peking). Sideris (22) lebte bis zu seinem zehnten Lebensjahr in Griechenland. Er ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und nahm zum ersten Mal bei Olympia teil, und zwar für Deutschland. Am 31. September 2009 begann Stefan Heinrich seine Dokumentation, geendet haben die Dreharbeiten am 27. Juli 2012 mit der Eröffnung der olympischen Spiele. Der Film ist knapp 30 Minuten lang und zeichnet sich durch einzigartige Filmsequenzen aus, die die Kanuten unter anderem beim Wintertraining oder nachts auf dem Eiskanal in Augsburg zeigen. Eine Helmkamera machte dies möglich. Beeindruckend ist die Familie von Christos, vor allem seine Mutter, die im Film sehr offen ihre Gefühle ihrem Sohn gegenüber zeigt. Inzwischen ist die Olympiade in London vorbei. Man kann auch stolz sein, denn Sideris Tasidis holte Silber im Canadier.

 

Stefan Heinrich unterbrach den Film immer wieder, und Christos Tsakmakis, der gemeinsam mit seinem Trainer und Entdecker Klaus Gebhard zur Projektschmiede gekommen war, erzählte einiges zu den bewegenden Momenten im Film und die Schwierigkeiten, die er auf dem Weg zur Olympiade bewältigen musste. Das alles schafft man nur durch den Glauben an sich selbst, Durchhaltevermögen, viel Mut und eisernen Willen. Wenn man bedenkt, dass er zwischendurch nicht einmal einen Trainer hatte, der ihn motivierte. Von den fehlenden finanziellen Mitteln ganz zu schweigen. Aber Christos kämpfte und musste einige schlimme Situationen überstehen. Von Griechenland kam gar keine Hilfe. „Ich hatte nur ein Ziel vor Augen, das ließ ich mir nicht nehmen. Ich wollte unbedingt für mein Heimatland starten“, so der stolze Grieche. Warum macht man so etwas, wollten einige wissen. Christos Antwort: „Der Sport macht mir sehr viel Spaß. Das darf man nicht vergessen. Man muss immer nach vorne schauen und das Positive sehen.“ Was Stefan Heinrich am Filmemachen so liebt, verriet er am Schluss des Filmes: „Mich motiviert die pure Neugier. Ich möchte immer wissen, wie es weitergeht.“

 

Zum Bild:

 

(v. l.) Kanute Christos Taskmakis, Filmemacher Stefan Heinrich und Trainer Klaus Gebhard zeigten den Film „1000 Tage bis London“ in der ProjektSchmiede, der die Besucher mit bewegenden Szenen sehr beeindruckt hat.